Malort

Der Malort und das Malspiel im Himmelblau

Die Malkunst gehört den Künstlern.
Das Malspiel der ganzen Welt.
(Arno Stern)

Menschen malen gerne. Und für das Malen brauchen sie einen geeigneten Ort. So lässt sich das Konzept des Malorts von Arno Stern prägnant zusammenfassen. Seit den 1940er Jahren beobachtete Arno Stern Kinder und Erwachsene beim Malen. Dabei stellte er fest, dass das Malen dann besonders beglückend ist, wenn es als Tätigkeit im Mittelpunkt steht. Wichtig sei nicht das Ergebnis, nicht die Erschaffung eines Kunstwerkes, sondern allein der Prozess des Malens selbst. Damit Kinder und Erwachsene sich ganz dem Malen hingeben können, entwickelte Arno Stern einen spezifischen Malort. Charakteristisch sind hier die riesigen Wände, an denen stehend gemalt wird. Ein besonderer Reiz besteht darin, dass die großen Blätter nahezu unbegrenzt unter- oder nebeneinander gehängt werden können, um auch extrem große Bilder zu malen.

Inspiriert durch Arno Stern, bei dem ich meine Ausbildung in Paris machte, richtete ich meinen Malort, nach den Kriterien des „Closlieu“ Arno Sterns in Paris, hier in Köln ein.

Malspiel im Malort Himmelblau


In diesem Raum ohne Störung von Außen kann eine Gruppe von maximal acht Personen unterschiedlichen Alters, Kinder und Erwachsene, in ihrem eigenen Rhythmus ihr Spiel des freien Malens entwickeln. Damit sich das Spiel mit Pinsel und Farbe, das sogenannte Malspiel, frei entfalten kann, dürfen die Bilder am Malort nicht bewertet und nicht kommentiert werden. Daher betont Arno Stern auch immer wieder, dass es sich bei dieser Form des Malens nicht um Kunst im engeren Sinne handelt: „Ich unterscheide zwischen der künstlerischen Schöpfung und dem ,Ausfließenlassen‘, dessen einziger Sinn im Geschehen selbst liegt.“ (Arno Stern)

Beim Malspiel wird mit Farbe und Strichen gespielt. Dafür gibt es einen Palettentisch mit 18 Farben. Dieser Palettentisch ist das wichtigste „Instrument“, um den herum sich der gemeinsame Raum, der Raum des sozialen Zusammentreffens, entwickelt. Die verwendete ökologische Farbe ist Gouache, mit vielen Pigmenten. Zu jeder Farbe gehören drei Pinsel. Jeder sucht sich seinen Ort an der Wand selbst aus. Ein Grundsatz des Malspiels besteht darin, dass nicht über das eigene Bild oder die Bilder der anderen gesprochen wird. Auch werden die Bilder nicht außerhalb ausgestellt oder hinterfragt, sondern verbleiben im Archiv des Malorts. Denn es ist die Lust am aktiven Malen, um die sich das Malspiel dreht.

Die Gruppe trifft sich wöchentlich oder monatliche zum Malspiel im Malort Himmelblau. Um das freie Malen zu entwickeln ist es wichtig, dass man regelmäßig malt. Laut Arno Stern sollte man mindestens ein Jahr lang zum Malort kommen um zu lernen, sich richtig auf das Malspiel einzulassen.

Impressionen aus dem Malort Himmelblau